Traurig: Durch die Vorberichte vieler meiner Klienten muss ich immer öfter von unseriösen
Anbietern erfahren. Der Beruf Tiertherapeut erlebt gerade einen echten Boom, so dass Experten aller Art wie Pilze aus dem Boden schießen. Was grundsätzlich
begrüßenswert ist, damit ein verfeinertes Bewusstsein für den Umgang mit unseren Schützlingen geschaffen wird, kehrt
sich in blanke Ernüchterung um, wenn hierbei zunehmend Helfer auftauchen, die keine sind.
Ob lax durchgeführte Anamnesen, fehlende Diagnosestellung, dürftigste "Therapiepläne"
oder eklatante Fehldiagnosen, in den mir zugetragenen Vorgeschichten sind
inzwischen alle nur denkbaren Absurditäten dabei. Da unser Berufsfeld nicht staatlich kontrolliert wird,
können sich Geschädigte nicht einmal an eine Kammer wenden, um Beschwerde einzureichen. Statt dessen
werden viele frustrierte Tierhalter eben kein zweites Mal einen Therapeuten beauftragen.
Papier und Webseiten sind geduldig. Doch wem hilft es, wenn einer vom anderen abschreibt und womöglich nur gut im Selfmarketing,
dafür mangelhaft in der Leistung ist? Und wie überall, können selbst Absolventen renommierter Ausbildungsstätten
dank fehlenden Einfühlungsvermögens bei der Ausübung ihres Berufs mit Inkompetenz glänzen. Wird der Tätigkeit nur nebenberuflich
oder ehrenamtlich nachgegangen, sind Professionalität und Qualität noch weniger gesichert.
Bleibt zu hoffen, dass sich hilfesuchende Tierhalter darüber im Klaren sind, dass es solche und solche gibt. Es macht Sinn,
sich im Vorfeld über die Leistung eines Experten zu informieren, z.B. bei Tierhaltern, die ihn bereits beauftragt
hatten. Wem nicht zufriedenstellend geholfen wurde, der sollte zumindest darüber nachdenken, ob es vielleicht doch am
Therapeuten gelegen haben kann statt am eigenen Tier. In diesem Sinne, bleiben Sie wachsam.
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